Tag 22: Lake Havasu City – Bullhead City – Red Rock Canyon NV – Las Vegas

Die Frösche haben uns riesig um den Schlaf gebracht… und heute klingelte schon früh der Wecker. Autsch!

Da wir für heute volles Tagesprogramm hatten, leisteten wir widerstrebend folge und starteten in den Tag.

Erst mal mit Frühstück unten am Buffet. Sofern dies diesen Titel überhaupt verdiente… Das Buffet war in etwa so motiviert wie die Ladies an der Reception. Nicht mal Toast gibt es da.  :-/

Wir sind ja nicht heikel, aber nach dem grossen Auftritt der beiden Girls gestern ist uns dieses Hotel nicht gerade sympathisch und da hilft ein minimalistisches Frühstücksbuffet auch nicht wirklich weiter.

So sind wir dann los, Richtung Norden. Erst mal nach Bullhead City und Laughlin, wo wir den südlichsten Zipfel Nevadas bewunderten – er ist nicht zu übersehen und bis in den letzten Quadratzentimeter mit Casinos verbaut. Ein Themenhotel ist sogar in Form eines Dampfers in den Colorado River gebaut… Ist irgendwie eine hübsche Ecke da. Es war uns nicht unsympathisch.

Anschliessend steuerten wir den Cherokee durch den Stadtrand von Las Vegas, an der Wüstenmetropole vorbei an deren Nordwestrand, wo sich der Red Rock Canyon befindet. Wir wollten heute nochmals ein bisschen hiken und Natur bewundern und geniessen, und dafür schien uns diese National Conservation Area wie geschaffen. Dummerweise ging dies tausenden Las Vegasianern wohl genauso… Der Park war am Überquellen wie Moab zu Spitzenzeiten. Schon vor dem Parkeingang war Stau. Und an allen Parkinglots Gedränge und Hochbetrieb.

Wir haben uns spontan mit dem Ranger im Kassenhäuschen «angefreundet», so gut wie der drauf war, hat er uns für eine ganze Reihe netter Ideen inspiriert, über welche wir im Laufe des Nachmittags mehrfach ziemlich gelacht haben. Der Loop durch den Red Rock Canyon verläuft One Way, und die Ausfahrt liegt ausserhalb des Parks am Highway 159. Wenn man den Loop also mehrfach fahren möchte (aus welchen Gründen auch immer), so muss man jeweils immer wieder am Kassenhäuschen vorbei.

(Völkerwanderung… – und Unmengen von Autos an allen Parkinglots!)

Bei unserer zweiten Durchfahrt war Mr. Grimmig plötzlich ganz nett. Wir waren versucht, so oft durchzufahren, bis er uns mit Namen kennt…  🙂

Doch nett wie wir sind, haben wir ihn letztlich schweren Herzens verschont.

Das mit der Natur klappte aus verschiedenen Gründen nicht ganz wunschgemäss: einerseits war es kalt und unser favorisierter Trail lag bereits grösstenteils im Schatten, andererseits die vielen, vielen Leute – und der entsprechend hohe Deppenfaktor. Also haben wir unseren Plan geändert und es wie die Deppen gemacht: im vollsten Parkinglot unseren Cherokee in eine Lücke gequetscht und dann mal durch die Gegend gestolpert…

Wir unterhielten uns über den Deppenfaktor und die Gesellschaft, die sich da so herumtrieb, und auch darüber, dass, je grösser die Anhäufung der Menschen an einem solchen Ort ist, umso rasanter sich der Deppenfaktor vervielfacht. Eindrücklich auch zu sehen, was sie so alles photografieren; wir verstanden meist nicht, worum es nun genau geht beim Sujet hinter der Linse, aber mussten wir ja auch nicht.

Der absolute Hit war aber ein stark pigmentiertes Pärchen, welches sich – im Schatten eines Felsbrocken stehend – aus mind. 30m Entfernung von einer Freundin mit dem Smartphone ablichten liess…

Oder das Duo, welches aus je einem Fenster des Sportwagens jeweils ein iPad und IPhone hielt und am Pic-en und Filmen war, bevor sie überhaupt das Kassenhäuschen passiert hatten – auf den Bildern zu sehen: allerhöchstens die Autokolonnen rechts und links sowie die Kassenhäuschen in der Front. Nur mit Sicherheit keine roten Steine oder Schildkröten.

Es gab auch noch jene von der Sorte, welche den Loop fahren, aber sicherheitshalber im Auto bleiben und alles durch die verdunkelten Scheiben auf Smartphones festhalten. Hauptsache im Red Rock Canyon gewesen.

Oder diejenigen, die den Loop in halsbrecherischem Tempo flitzten, in mörderischen Manövern überholten und dann doch nicht mehr als 20 Sekunden vor uns am Parkausgang waren… Ich hab ja grosses Verständnnis für Drängeln, wenns mal eilt auf dem Arbeitsweg oder so. Aber warum fährt man durch einen Naturpark, wenn man sich doch gar nicht die Zeit dafür nehmen will?

Das Menschenkino war wirklich sehr sehenswert, und auch die Kulisse (Natur) ist absolut einen Besuch wert!

Nur müsste man es mal in den frühen Sommermorgenstunden versuchen, wenn die Vielzahl der Deppen tief und fest schläft…

Einen kurzen Hike haben wir dann doch noch gemacht. Und geübt wie wir sind, sind wir vom Weg abgekommen und ein ganzes Stück über Stock und Stein, ausgetrocknete Wasserfälle und eine trockene Wash gekrabbelt… Einfach nicht an Klapperschlangen oder Skorpione denken, dann gehts.  😉 🙂

Schliesslich machten wir uns auf den Weg zurück nach Vegas, wo wir im Hooters unser Zimmer bezogen.

Es ist – einmal mehr – kalt hier und richtige Decken haben die Betten nicht… wozu auch?!

Der Ofen macht einen Heidenlärm, den können wir über Nacht unmöglich laufen lassen, daher jetzt Zimmer möglichst aufheizen und danach hoffen, dass es lange so bleibt. Erfahrungsgemäss bleibt es beim Hoffen.

Beim Versuch, das Handy mit dem dringend benötigten Strom zu versorgen, stellte sich dann das nächste Problem. Die Holzverkleidung an der Wand wurde praktisch über der Steckdose montiert; man sieht sie zwar grad noch so, aber kommt mit dem Stecker nicht ran. Sehr sinnvoll!  🙂  Abgesehen davon ist uns das Hooters bislang aber einigermassen sympathisch.

Nachdem unser Tag bisher ein kulinarischer Höhenflug war – Breakfast, welches eigentlich keines war, sowie Lunch (eine Tüte Chips) – stellte sich die Frage, was wir heue zum Nachtessen nehmen…

Der Entscheid fiel auf eine langjährige Pendenz: das Buffet des TresureIsland!

Gesagt, geplant, getan.

Fazit: es war köstlich, und wir kamen mit vollen Bäuchen wieder da raus!

Wirklich sehr leckeres Essen in sehr angenehmer Atmosphäre! Sogar Zuckerwatte gibt es da am Dessertbuffet. Die hatten wir ja ewig nicht mehr gegessen… Also probiert. Lecker!

Ein Teil der Reisegruppe konnte sich den kurzen Abstecher zu den Slotmachines nach dem Essen nicht verkneifen.

Als ich ihn dabei ertappte und gerade heldenhaft vor ewigwährender, unheilbarer Spielsucht erretten wollte, machte er den Gewinn seines Lebens und verdoppelte seinen Einsatz!

Schnell auszahlen und in eine sichere Tasche damit. Schliesslich muss man Vegas ja als grosser Gewinner verlassen.  🙂

Zum Schluss machten wir noch einen Ausflug an die Fremont Street, in die kunterbunte Welt des «alten» Las Vegas, wo wir noch eine Stunde lang zwischen den Strassenkünstlern, Freaks, Betrunkenen und Bettlern rumstapften und die besondere Atmosphäre genossen.

Toll war’s! Einfach ein paar Grad zu kalt.

Hoffen wir, dass dies nun wenigstens im Hotelzimmer besser kommt…


 

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